Chronik der 1. BürgerSolar Initiative

2008

Peter Möller bekommt den Umweltpreis des RWE und verspricht, ihn für eine Fotovoltaik-Anlage zu verwenden, wenn ihm ein Dach gegeben wird.

Sommer 2008

Gas-, Benzin- und Strompreise steigen und steigen. Es gibt eine breite Debatte über die Umwelt und sozialen Folgen. „Peak-Oil“ ist nach Ansicht einiger Experten erreicht. Die Agenda 21 setzt das Thema „Stromerzeugung und Bereitstellung“ auf ihre Tagesordnung.

Herbst 2008

Die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ des Wuppertal-Instituts erscheint und wird in der Agenda debattiert. Die Absicht, selber mehr zur Vermeidung von klimaschädlichen Abgasen beizutragen, wächst anhand der dort genannten Probleme. Eine öffentliche Veranstaltung soll vorbereitet werden.

Ein Gespräch findet mit dem neuen städtischen Energiebeauftragten Herrn Remmler statt. Wir beschließen, uns auf das Thema „Fotovoltaik“ zu konzentrieren.

Dezember 2008

Der Rat der Stadt Recklinghausen beschließt einstimmig, städtische Dächer für Fotovoltaikanlagen an interessierte Bürger zu verpachten. Wir nehmen Kontakt zu Leuten auf, die schon eine Fotovoltaikanlage installiert haben.

13. März 2009

Die Agenda-21-Veranstaltung „Sonne aufs Dach“ findet mit über 80 Teilnehmern in der VHS statt. Frau Jünnemann (Verbraucherberatung) referiert anschaulich über Stromgewinnung mit Fotovoltaik. Herr Remmler stellt die Pachtmöglichkeiten für Dächer der Stadt dar. In der lebhaften Diskussion wird das Interesse an einer Anlage in Recklinghausen deutlich. Es werden vorhandene Anlagen vorgestellt. Von der Bürgersolaranlage Castrop-Rauxel diskutiert Herr Werkle mit.

Es bildet sich eine Initiative, die am 31. März erneut tagt und die Gründung einer Bürgersolaranlage berät. Die Stadt stellt die Dächer des Kommunalen Service Betriebs in Aussicht für die erste geplante Anlage.

15. April 2009

Gründung der „1. BürgerSolar Recklinghausen GbR“ durch sechs Mitglieder der Agenda 21. Damit wird der Grundstein für die Bürgersolaranlage gelegt. Peter Möller und Rolf Euler werden Geschäftsführer. Der Vorvertrag mit der Stadt für die Pacht auf den Dächern der Umladestelle wird am 17.4. unterschrieben.

8. Mai 2009

Mit der schon bekannten Forderung „Sonne aufs Dach“ wird die zweite öffentliche Veranstaltung in der VHS durchgeführt. Beitrittserklärungen und Satzung der GbR sowie die Planzahlen für eine Anlage von ca. 15 kWp (Investitionssumme über 50.000 €) werden vorgestellt. Die bisherigen Erfahrungen werden erläutert und die Vorstellungen für den Bau einer eigenen Anlage vorgestellt. Die Presse berichtet ausführlich und positiv. Das Echo führt dazu, dass in wenigen Wochen über 70 Menschen der GbR beitreten wollen und eine Summe von über 200.000 Euro zusagen.

2. Juni 2009

Eine Ortsbegehung bei der Umladestelle KSR findet mit einer Firma statt, um erste technische Aussagen zur Realisierung der Anlage zu bekommen und die grundsätzliche Eignung der Dächer mit einem Fachmann zu besprechen.

5. Juni 2009

Die zweite GbR-Versammlung stimmt allen bisherigen Beitrittsanträgen zu. Sofort im Anschluss findet die dritte Gesellschafterversammlung mit den meisten der neu aufgenommenen GesellschafterInnen statt. Es wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich um technische, rechtliche und Versicherungs-Fragen kümmern will. Optimistisch geht die Versammlung davon aus, dass im Juli mit der Errichtung der Anlage begonnen werden könnte.

Juni 2009

Die Arbeitsgruppe tagt und klärt mehrere Fragen für Steuer, Technik, Versicherung in mehreren Sitzungen. Die Frage der Haftung jedes einzelnen Gesellschafters wird diskutiert. Die Forderung nach Blitzschutz wird aufgestellt. Weitere technische Arbeiten auf dem Gelände müssen eingeplant werden (Dachverbindungen, Einspeisestelle). Die Arbeitsgruppe erarbeitet einen Forderungskatalog, den die Firmen erfüllen sollen, die sich für ein Angebot interessieren. Er wird an mehr als 15 Firmen aus der Umgebung verschickt. Mehrere antworten positiv. Daraufhin erarbeitet die Arbeitsgruppe ausführliche technische Beschreibungen der zu errichtenden Anlage für die Einholung von Angeboten.

Bei RWE wird ein Antrag auf Einspeisung gestellt und positiv beschieden. Änderungsvorschläge am von der Stadt vorgeschlagenen Pachtvertrag werden erarbeitet. Weitere Firmen besichtigen das Gelände und die Bauten.

2. Juli 2009

An 9 Firmen ergeht die ausführlich erläuterte Anfrage, ein Angebot einzureichen. Die Anfrage muss noch mit weiteren Plänen und den Statikunterlagen für die Dächer ergänzt werden, die dann am 17.7. vorliegen. Den Firmen wird ein Termin für Angebote bis 30. Juli gesetzt.

Juli 2009

Die Arbeitsgruppe tagt ferienbedingt in kleinerer Zusammensetzung. Die Idee, zur Haftungsbegrenzung einen Verein mit dem Kauf und der Geschäftsführung der PV-Anlage zu betrauen, wird realisiert (Vorbild: Gesellschaften in München und Berlin), der Verein „SolaRE“ vorbereitet, ein Geschäftsführungsvertrag zwischen GbR und Verein vorbereitet.

August 2009

Die Arbeitsgruppe sichtet die eingegangenen Angebote von 5 Firmen und stellt eine Tabelle der Wertigkeit zusammen. Drei Firmen sind in der engeren Wahl.

18. August 2009

Der Verein Sola-RE wird gegründet.

Danach findet die 4. Gesellschafterversammlung statt. Die Geschäftsführer und die Arbeitsgruppe berichten über den Stand der Verhandlungen, den Pachtvertrag mit der Stadt und die Angebote. Die Versammlung beschließt, den Verein mit den Geschäften zu beauftragen. Sie beschließt, den Pachtvertrag in der zuletzt vorgelegten Form zu unterschreiben. Sie beschließt, mit den beiden vorgeschlagenen Firmen Verhandlungen aufzunehmen, um den Auftrag zu erteilen. Viele Gesellschafter erklären sich bereit, wenn nötig ihre Anteile aufzustocken.

24. August 2009

Der Pachtvertrag mit der Stadt wird im Rathaus vom Bürgermeister und dem Verein unterschrieben. Ende August ist die zugesagte Einlage aller Gesellschafter von 245.000 Euro erreicht. Mehrere Gespräche mit den Firmen ergeben, dass die Marktlage sich seit dem Sommer zuungunsten der Kunden entwickelt hat. Preissteigerungen und Lieferengpässe sind aufgrund eines hohen Auftragsbestandes angekündigt. Da Fa. Asol als einzige im Oktober Lieferung zugesagt hat, den Blitzschutz mit anbietet und bis dahin preislich die günstigste Firma war, beschließen wir den Zuschlag Asol zu geben.

11. September 2009

Der Auftrag für die Lieferung und den Bau der Anlage wird vom SolaRE e.V. und Fa. Asol unterschrieben. Eine Änderung der Leistungsgröße der Module sowie die Einbeziehung des Blitzschutzes erfordert eine Erhöhung der Investitionssumme und damit der Gesellschafteranteile. Aufgrund einer entsprechenden Anfrage erhalten wir die Zusagen mehrerer Gesellschafter, ihren Anteil zu erhöhen.

Es wird bekannt, dass die geplanten Module Schott 170 Wp im Oktober nicht lieferbar sind, sondern nur 175 Wp-Module. Von KSR wird ein Angebot für die erforderlichen Erd- und Pflasterarbeiten erbeten, damit die Rohrverlegung zwischen den Dächern erfolgen kann. Die Auftragserteilung dafür erfolgt am 1. Oktober.

7. Oktober 2009

„Erster Spatenstich“

Die Erdarbeiten für die Kabelrohre beginnen zwischen Pförtnerhaus und Dach 1. Sie dauern einige Tage. Danach werden unter Beteiligung unserer „Fachleute“ mit KSR und Asol technische Absprachen getroffen. Die Gesellschaftsanteile sind inzwischen erhöht worden, sodass die größere Bausumme und zusätzlichen Bauarbeiten gedeckt sind.

19. Oktober 2009

Baubeginn auf den Dächern.
Die Baustelle wird eingerichtet, die Montage der Trägerkonstruktionen beginnt. In der ersten Woche ist Dach 1 und weitgehend Dach 2 fertig, sogar am Samstag wird gearbeitet. Alle erklären, dass die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern von KSR und Asol prima ist.

27. Oktober 2009

Die Module werden geliefert und auf die Unterkonstruktion aufgesetzt. Am Ende der 44. Woche sind planmäßig die Bauarbeiten abgeschlossen. Die elektrische Installation beginnt Anfang November, weil sich die Lieferung der Wechselrichter verzögert hat.

November 2009

Verhandlungen mit Steuerberatung und Versicherung laufen positiv.

27. November 2009

Eröffnungsveranstaltung: viele Gesellschafter treffen mit Vertretern der Stadt, KSR und Fa. Asol auf der Umladestelle zusammen. Kurze Einführung zur Anlage, Peter Möller und Bürgermeister Pantförder sprechen zur Eröffnung, ein symbolischer „Roter Knopf“ wird fürs Foto gedrückt. Anschließend erläuternde Worte von Rolf Euler zur Geschichte und dem Bau der Anlage in der Eingangshalle KSR.

Ein Trinkspruch von Moritz Jahn aus dem Gedicht „Unkepunz“ leitet zum Umtrunk und Gespräch über:

„Auf das Wohl der dunklen Erde,
dass sie nicht noch dunkler werde,
auf das Wohl der heitern Sonne
und des Weisen in der Tonne!“

31. Dezember 2009

Die Ablesung des Wandlerzählers ergibt einen Wert von 24,5, entsprechend 1228 kWh Stromerzeugung für 2009. Später erfolgt die Vergütung von RWE: 512 € sind das erste verdiente Geld.

Januar/Februar 2010

Kaltes, frostiges und schneereiches Winterwetter verhindern die Abschlussarbeiten auf und unter den Dächern.
Es finden intensive Beratungen mit der Steuerberaterin statt, um alle Fragen zu regeln und den Jahresabschluss vorzubereiten. Kassenprüfung für 2009 ergibt keine Beanstandungen.

1. März 2010

Die Installation der Datenübertragung beginnt. Es wird ein Datenübertragungsvertrag mit einer Mobilfunkfirma abgeschlossen. Die Sunny-Webbox wird installiert.

8. März 2010

Über die Homepage von SMA werden die Daten unserer Anlage gesammelt und werden uns über Passwort zugänglich gemacht.

12. März 2010

Die erste Gesellschafterversammlung 2010 findet statt. 43 ( von 82) Gesellschafter mit 66 (von 111) Stimmen nehmen teil.

Der Bericht und der Kassenbericht der Geschäftsführer werden erläutert und diskutiert. Die Geschäftsführung wird auf Antrag der Kassenprüfer entlastet.

Der Jahresabschluss für 2009 wird genehmigt. Die Abschreibungen werden wie vorgeschlagen einschließlich einer Sonderabschreibung beschlossen. Der steuerliche Abschluss wird wie vorgeschlagen mit einem Verlust beschlossen.

Der Verein SolaRE e.V. berichtet.

Der finanzielle Plan für das Jahr 2010 wird erläutert und zustimmend zur Kenntnis genommen.

Es wird ein „Festausschuss“ eingesetzt, der eine Solar-Fete während der Schachtzeichen-Woche planen soll.

22. März 2010

Das Display für die Außendarstellung der Anlagenwerte wird entworfen und bestellt. Sparkasse und Asol beteiligen sich an den Kosten, das Logo wird entsprechend aufgeführt.

28. Mai 2010

Die Solargesellschafter feiern den Betrieb der 1. Bürgersolaranlage in Recklinghausen mit Gästen in den Räumen der KSR unter dem Schachtzeichen-Ballon, der von ehemaligen Bergleuten der Zeche General Blumenthal betreut wird.

3. Juli 2010

Ein kräftiges Gewitter führt zu Überspannung im Netz und zur netzseitigen Abschaltung der PV-Anlage. Da noch keine automatische Benachrichtigung durch SMA eingerichtet ist, wird uns erst durch Anruf von Beschäftigten der Umladestelle der Schaden bekannt. Zwei Tage später kann die Anlage wieder anlaufen. Der Ausfall wird später durch die Versicherung bezahlt.

30. Juli 2010

Mit Beteiligung mehrerer Gesellschafter aus der Arbeitsgruppe und Vertretern von Asol wird die PV-Anlage begangen und abgenommen, eine Dokumentation wird übergeben und auch der Stadt zur Verfügung gestellt. Einige wenige kleinere Mängel werden in den nächsten Tagen beseitigt, damit ist die Anlage endgültig „in Betrieb gegangen“.

27. November 2010

Ein Jahr Einspeisung: wir erreichen eine Gesamtleistung von rund 68000 Kilowattstunden, was trotz einiger Schlechtwetterwochen etwas über der erwarteten Leistung eines guten Jahres liegt.

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